Royal Anolis

Alles über Anolis
By Familie Zedler & Jakob Bohn

anolis marmoratus marmoratus

Tipps zur Nachzucht

Die Aufzucht junger Anolis zaubert einem auch nach unzähligen Malen immer wieder ein Lächeln ins Gesicht. Schon bei den jüngsten Tieren zeigt sich wie individuell jedes Einzelne sein kann. So sucht zum Beispiel ein Jungtier direkt das weite und springt aufgeregt hin und her und ein Anderes, der selben Art, lässt sich, auf dem Finger des Pflegers sitzend, in sein Aufzuchtterrarium überführen. Es ist unglaublich wie aus diesen unscheinbaren kleinen Hüpfern große und farbenprächtige Anolis werden.

Kopulation

Anolis sind in der Regel sehr Fortpflanzungsfreudige Tiere und vermehren sich unter guten Bedingungen sehr schnell. Üblicherweise beginnt die Kopulation mit dem Balzgehabe des Mannes. Hierbei präsentiert er sich an einer exponierten Stelle im Terrarium und zeigt sich von seiner schönsten Seite. Er macht je nach Art Liegestütze, färbt sich in seinen prächtigsten Farben oder nickt mit dem Kopf, oder auch alles zugleich. Und, als wenn das nicht schon beeindruckend genug wäre, präsentiert er nun, sofern vorhanden, seine Kehlfahne. Erwidert das Weibchen nun seine Balzversuche mit einem Kopfnicken geht es zur Sache. Häufig muss das Männchen sein Objekt der Begierde zunächst ein Bisschen jagen. Wenn er sie dann bekommen hat, hält er ie mit dem Maul an einer Falte im Nacken fest. Dieses Verhalten nennt man Nackenbiss. Nun verschränken sich die Hinterbeine der Tiere und die eigentliche Kopulation beginnt. Der Geschlechtsakt selbst dauert meist nur wenige Minuten, kann aber auch über eine halbe Stunde dauern. Danach lösen sich die Tiere wieder voneinander und gehen ihrer Wege.

Jetzt ist es nur noch eine Frage der Zeit bis das Weibchen ihre Eier vergräbt, aber dazu mehr im Kapitel Eiablage...

Ein schönes Beispiel für das Balzverhalten vieler Anolismännchen. Hier Anolis oculatus montanus

anolis bartschi

Anolis bartschi umklammert sein Weibchen und hält sie zusätzlich mit dem "Nackenbiss".

anolis oculatus montanus

Anolis oculatus montanus bei der Kopulation. Es geht auch ohne "Nackenbiss".

Eiablage

Ist nun die Kopulation vollzogen, so dauert es meistens nur wenige Wochen, bis man dem Weibchen eine deutliche Volumenzunahme und auch rundere Körperform ansieht. Häufig konnten wir beobachten, dass jetzt erstmal "Probebohrungen" gemacht werden, bis das Weibchen einen geeigneten Platz gefunden hat und das oder die Eier vergräbt. Hat das Weibchen einmal einen guten Eiablageplatz gefunden, so wird der Pfleger hier öfter fündig werden. Anolis legen nur ein Ei, oder selten auch mal zwei Eier, auf einmal ab und das im Abstand von wenigen Wochen immer wieder. Vergraben ist aber nicht die einzige Methode im Repertoire der Anolis, manche legen ihre Eier auch in Felsspalten, feuchtem Moos oder im Laub ab. Die Gesamtzahl der jährlich gelegten Eier variiert stark und kann bei bis zu 30 Stück liegen. Desweiteren haben manche Anolisarten, unter anderem bedingt durch Regenzeiten, sogenannte Legeperioden. Sie legen also nicht wie Viele karibische Anolis ganzjährig, sondern nur zu bestimmten Zeiten. Nachdem ein Anolisweibchen ihr Ei gelegt hat, kann man das deutlich an den eingefallenen Flanken sehen. Da das Eierlegen und auch die Kopulation für die Weibchen sehr anstrengend ist, geben wir ihnen zu diesen Zeiten ab und zu gerne einen Mehlwurm, Wachsmaden oder andere proteinreiche Nahrung. Weiter unten findet ihr noch eine genaue Tabelle dazu, welcher Anolis wieviel Eier legt, wie man sie inkubiert usw... (folgt)

Jetzt ist es nur noch eine Frage der Zeit bis ein süßer Anolis schlüpft, aber dazu mehr im Kapitel Inkubation und Schlupf...

Nachdem die Eier abgelegt worden sind, werden die Spuren verwischt. Hier am Beispiel von Anolis hendersoni.

anolis carolinensis

Viele Anolis graben sich bis zu den Hinterbeinen ein und drehen sich dann andersherum um ihre Eier abzulegen.

anolis carolinensis

Kurz vor der Eiablage sehen Anolisweibchen deutlich runder aus.

Inkubation und Schlupf

Ob man nun die Eier an ihrer Ablagestelle in Ruhe lässt oder sie herausholt und gezielt inkubiert hängt von verschiedenen Faktoren und dem, was man selbst möchte ab. Wir persönlich tun beides.
Lässt man die Eier im Terrarium wird früher oder später ein Jungtier im Terrarium der Adulti schlüpfen. Am besten und häufigsten findet man diese in der Nacht, da sie meist auf exponierten Blättern und Zweigen oder sogar direkt an der Scheibe schlafen. Die Jungtiere lassen sich ganz einfach mittels einer Heimchenbox einfangen und können direkt in ein Aufzuchtterrarium überführt werden. Manche Jungtiere sind uns sogar schon auf die Hand gekrabbelt, als wüssten sie wo es hingeht. Man sollte sich beim Schlupf im Terrarium der Gefahr bewusst sein, dass die Adulti die Nachzucht fressen könnten! Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Adulti, die einmal ein Jungtier gefressen haben, das auch immer wieder tun. Andere hingegen sehen ihre Jungtiere gar nicht als Beute an und ignorieren diese schlichtweg.
Überführt man allerdings die Eier in einen Inkubationsbehälter umgeht man diese Gefahr natürlich. Hierbei sollte man sie zunächst behutsam ausgraben. Wir benutzen hierzu gerne einen Zahnstocher ohne Spitze, aber auch ein Pinsel kann hier durchaus von Nutzen sein. Sieht man das Ei nun kann man es mit einem Löffel, oder auch behutsam mit den Fingern, herausnehmen und in einen Inkubationsbehälter legen. Bei Anoliseiern ist es nicht von Nöten die Oberseite des Ei`s zu markieren. Als Inkubationsbehälter dient beispielsweise eine Heimchenbox, welche bis zur Hälfte mit feuchtem Vermiculite gefüllt wird. In das Vermiculite sollte man Mulden machen, in die man später die Eier legt. Der Feuchtigkeitsgrad und die Temperatur bei der Zeitigung sind je nach Art und Herkunftsgebiet verschieden. Genaue Daten befinden sich in der unten stehenden Tabelle. (come soon...) Ein weiterer Vorteil der gezielten Inkubation ist, dass man gute Chancen hat beim Schlupf live dabei zu sein.
Der Schlupf eines Anolis Jungtieres ist immer wieder ein wunderbarer Moment. Zuerst sieht man nur einen Strich mit einem dunklen Zentrum. Das ist die Schnauze des Tieres, welche sich in wenigen Momenten zeigen wird. Manchmal dauert es nun ein Bisschen bis die Augen und der Kopf zu sehen sind. Da ist er der Kopf... er atmet, guckt dich an und verharrt meist ein Weilchen in dieser Position. Nachdem das Tier die vorderen Beine aus der Eischale hat, folgt mit einem Schwung der Rest des Tieres. Nun steht das Jungtier da, häufig noch mit einem Eidotter am Bauch und Schleim über dem Körper. Das Verhalten ist in den ersten Lebensminuten ganz unterschiedlich. Manche Tiere sind hektisch und wollen unbedingt aus der Box. Andere hingegen machen dem Pfleger fast ein Bisschen Sorge, weil sie ganz ruhig sind und nur gucken.

Der Schlüpfling kann in der Regel direkt in sein Aufzuchtterrarium überführt werden und wird nun rasant wachsen und wunderschöne Farben entwickeln, aber hierzu mehr im Kapitel Aufzucht...

anolis oculatus montanus hatchling

Anolis oculatus monatnus Jungtiere sind schon sehr schnell sehr hübsch... Und das ist "nur" ein Weibchen.

anolis hatchling

Da ist er der Kopf...

anolis bahorucoensis hatchling

Ein frisch geschlüpftes Anolis bahorucoensis Männchen.

Aufzucht

anolis oculatus montanus hatchling

Anolis oculatus monatnus Jungtiere sind schon sehr schnell sehr hübsch... Und das ist "nur" ein Weibchen.

anolis hatchling

Da ist er der Kopf...

anolis bahorucoensis hatchling

Ein frisch geschlüpftes Anolis bahorucoensis Männchen.